Nokia 9 PureView: Kamera-Update wird bereits verteilt

Das Nokia 9 PureView ist in Deutschland noch nicht einmal verfügbar. Kunden in den USA dürfen sich aber schon einmal über ein Softwareupdate für die Kamera freuen, die die Performance des ZEISS-Flaggschiffs verbessern soll.
Nokia 9 PureView – was bewirkt das Kamera-Update?
Wer unsere Berichterstattung vom MWC 2019 aus Barcelona verfolgt hat weiss, dass HMD Global ein Kameraupdate zum offiziellen Release des Nokia 9 PureView versprochen hat.
Dies soll die Verarbeitungszeit der Fotos verkürzen. Durch das Zusammenfügen von 5 Fotos mit jeweils 12 Megapixeln, braucht das Nokia 9 PureView etwa 5 -10 Sekunden Zeit.
Doch Juho Sarvikas, der Produktmanager bei HMD Global, verspricht auch Verbesserungen der Fotoqualität durch das Update:
Man solle das Update unbedingt einspielen, bevor man ein finales Testurteil abgebe, so Sarvikas.
Das Nokia 9 PureView wird uns in Kürze erreichen und wir werden entsprechende Tests durchführen, um euch zu sagen, ob es euer Geld wert ist.

Neues Update released: Das sind die aktuellen Features des kostenlosen Windows-Klons

ReactOS lässt sich in keine Schublade für alternative Betriebssysteme packen - denn es ist kein Linux, kein Windows und auch kein macOS. Die Entwickler des Open-Source-Betriebssystems möchten die perfekte Kompatibilität zu Microsoft Windows gewährleisten, aber wollen ohne dessen Programmbibliotheken auskommen.
Die Idee hinter dem kostenlosen Betriebssystem ReactOS ist denkbar einfach: Die Entwickler haben es sich zum Ziel gesetzt, die ideale Kompatibilität zum Windows NT-Kernel zu erreichen. Damit hätten Sie die Möglichkeit, ältere Windows-Anwendungen auf diesem System auszuführen. Bis das für eine große Anzahl von Programmen funktionieren wird, wird es allerdings noch etwas dauern, denn momentan befindet sich das Betriebssystem noch in der Entwicklungsphase. Aber natürlich lässt sich schon die ein oder andere Software können bereits jetzt auf dem System starten.
Mit Version 0.4.11 wurden wieder diverse Bugs gefixt und vor allem die Stabilität des Systemkernels deutlich verbessert. Eines der größten Probleme mit dem ehemaligen UniATA-Treiber wurde mit dieser neuen Version endlich behoben. Da dieser nicht mehr mit den dem AHCI-Chipsatz zusammenarbeitete, der mit der Einführung der Skylake-Prozessoren zum Einsatz kam, könnte ReactOS auf keiner modernen Hardware getetest werden - das ist nun möglich.
Wer die Software schon installiert hat und immer wieder auf die aktuelle Version upgraden möchte, dem wurde das bislang nicht allzu einfach gemacht. Aber auch an dieser Stellschraube wurde ordentlich gedreht - auch auf Wunsch der Community. So soll es zukünftig möglich sein, ein Upgrade durchzuführen, ohne die User-Dateien und Konfigurationsdateien zu verlieren.
Auf der Seite der Entwickler erfahren Sie alle Details über die aktuellen Korrekturen und Neuerungen.
ReactOS: Ein Windows-Klon wird erwachsen
Im Moment laufen schon einige Anwendungen wie Firefox, PeaZip oder der VLC stabil unter dem neuen Release von ReactOS. Die Entwickler liefern darüber hinaus unter der Rubrik "ReactOS Anwendungsmanager" eine Liste verschiedener Tools zur Installation gleich mit. Diese können Sie recht problemlos unter dem System nutzen. Dazu zählen auch bekannte Titel wie beispielsweise GIMP, Inkscape, Scribus aber auch LibreOffice, Notepad ++ und auch der CCleaner. Meist handelt es sich dabei allerdings um ältere Versionen.
Ein weiterer Pluspunkt ist die fixe Implementierung von Steam. Allerdings können wir hier noch keine Aussagen zur Kompatibilität der einzelnen Games machen. Zumindest in Zukunft könnte sich eine Installation - gerade für ältere Titel, die nicht mehr unter Windows 8 oder 10 laufen - lohnen.
Darüber hinaus können Sie selber testen, welche Software unter der aktuellen Version schon arbeitet. Dazu müssen Sie diese auf gut Glück installieren und starten - bei einigen Titeln werden Sie eine positive Überraschung erleben, andere wie zum Beispiel MediaPortal 2 werden noch nicht funktionieren.

Windows 10: Update KB4482887 bringt Performance-Schub

Microsoft liefert für Windows 10 Version 1809 ein neues Update aus, mit dem dank Retpoline auch die Performance erhöht wird.
Für Windows 10 Version 1809 (Windows 10 Oktober 2018 Update) hat Microsoft mitKB4482887 ein neues kumulatives Update zum Download freigegeben. Es wird über Windows Update automatisch an die Nutzer ausgeliefert, kann aber auch über den Microsoft Update-Katalog hier zur manuellen Installation heruntergeladen werden. Je nach verwendeter Variante von Windows 10 (x32, x64 oder ARM64) liegt die Download-Größe bei bis zu 177 Megabyte.
Nur Windows 10 Version 1809 erhält Retpoline-Update
Mit dem Update erhöht sich die Build-Nummer von Windows 10 Version 1809 von 17763.316 auf 17763.348. Interessant ist das Update vor allem deshalb, weil Microsoftmit KB4482877 nun auch "Retpoline" in Windows 10 Version 1809 implementiert. Bisher war nur die Integration in Windows 10 19H1 bekannt, also in der nächsten großen Windows-10-Version, die im Frühjahr 2019 erscheinen wird.
Der Hintergrund zu der von Google entwickelten Retpoline-Technik: Nach Bekanntwerden der beiden Intel-CPU-Lücken Spectre und Meltdown vor über einem Jahr hatten Intel und Microsoft lediglich diverse Microcode-Updates in Windows 10 integriert, um die Nutzer vor den entsprechenden Attacken zu schützen. Dadurch sank die Performance unter Windows 10 allerdings, bei einigen Konfigurationen sogar um bis zu 30 Prozent.
Mit der Retpoline-Technik werden die Auswirkungen des Spectre-Updates auf etwa 1 bis 2 Prozent der Performance reduziert. Bei dieser Technik wird die spekulative Ausführung von Befehlen abgesichert, wozu Software - und eben auch Windows 10 und dessen Kernel - vorher neu kompiliert werden muss.
In einem jetzt aktualisierten Blog-Eintrag erklärt Microsoft, dass man sich dazu entschieden habe, die Retpoline-Technik nach den Tests in den 64-Bit-Vorabversionen von Windows 10 19H1 nun auch für ältere Windows-Versionen bereitzustellen. Grund dafür sei gewesen, dass positive Einflüsse auf die Gesamtperformance von Windows 10 festgestellt worden seien. Allerdings: Für ältere Windows-10-Versionen als Windows 10 Version 1809 wird es ein solches Update nicht geben. Begründet wird dies mit der "Komplexität der Implementierung".
Windows-10-Nutzer erhalten damit einen weiteren Grund, um zu Windows 10 Version 1809 nach dem holprigen Start des Oktober-Updates zu wechseln. Mittlerweile wird dieses Update auch "breit" von Microsoft ausgerollt und wer es über Windows Update angeboten kriegt, sollte es auch installieren.
Weitere Updates mit KB4482887
Die Veröffentlichungsnotizen von KB4482887 fallen auffällig umfangreich aus. Quasi als würde Windows 10 Version 1809 eine kleine Generalüberholung erhalten. Deutet sich da etwa eine Verzögerung von Windows 10 19H1 aufgrund der bestehenden Gaming-Probleme an?
Auf jeden Fall werden mit KB4482877 zahlreiche kleinere und auch größere Bugs behoben. So etwa ein Fehler im Action-Center, der dafür sorgte, dass dieses plötzlich auf der falschen Seite eingeblendet wurde. Ein weiterer, behobener Fehler verhinderte das Öffnen mancher PDFs in Microsoft Edge. Im "SCM" (Server Manager for storage class memory) wurde manchmal ein Medientyp als "unbekannt" angezeigt.
Behoben werden auch zahlreiche Fehler in Verbindung mit Virtualisierung und Remote Desktops. Bei Verwendung von Windows Hello scheiterte manchmal die Verwendung von USB-Kameras, weil deren Erkennung nicht richtig funktionierte. Einen weiteren hartnäckigen Bug hat Microsoft ebenfalls nun behoben: Ein Fehler in der Microsoft Jet Database in Verbindung mit bestimmten Microsoft Access 95 Dateien wurde monatelang als "bekannter Fehler" in Windows 10 bei neuen Updates gelistet. Er wurde nun beseitigt.
Dafür gibt es aber nun einen neuen bekannten Fehler, der in Verbindung mit dem Internet Explorer 11 und damit nur unter Windows 10 Pro auftaucht, wo der IE 11 aus Kompatibilitätsgründen noch mitgeliefert wird. Nach dem Update kann es zu Authentifizierungsproblemen im Internet Explorer 11 kommen. Microsoft empfiehlt bis zur Beseitigung des Bugs die Erstellung eines einzigartigen Nutzerkontos für jeden Nutzer.
Eine ziemlich einfache Lösung empfiehlt Microsoft, falls die Meldung "Fehler 1309" nach dem Update bei der Installation oder Deinstallation von MSI- und MSP-Dateien auftreten sollte: Ignorieren Sie die Fehlermeldung einfach. 

WhatsApp bekommt Dark Mode und neue Suchfunktion

Die Messenger-App WhatsApp soll demnächst einen Dark Mode bekommen, weiterhin arbeiten die Entwickler an einer neuen Suchfunktion und Emojis. Nutzer der Beta-Version können bereits auf die neuen Features zugreifen.
Der Blog WA-Betainfo – spezialisiert auf das Finden neuer Funktionen bei WhatsApp – hatte den Dark Mode bereits im September 2018 per Tweet angekündigt. In einem aktuellen Blog-Eintrag bestätigen die Autoren nun, dass der neue Modus in den nächsten Monaten veröffentlicht werden soll.
Neue WhatsApp-Suche
Neben dem dunklen Modus erregt aber noch eine weitere Neuerung die Aufmerksamkeit. Denn die WhatsApp-Entwickler überarbeiten offenbar die Suchfunktion des Messengers – bisher lassen sich damit nur Nachrichten suchen. Laut den Blogbetreibern werde sich das aber schon bald ändern. Demnach können Nutzer dann auch nach verschiedenen Medien, also Fotos, Videos, GIFs, Dokumente, Links oder Audiodateien suchen. Weiterhin soll es eine Vorschau der möglichen Suchergebnisse geben und die Möglichkeit, den Suchverlauf zu löschen. Vereinzelt können bereits Nutzer der iOS-Beta diese neue Suchfunktion ausprobieren, normale WhatsApp-User müssen auf den offiziellen Release warten.
Weitere neue Funktionen für WhatsApp
In der Android-Beta hingegen dürfen sich die User über neue Emojis freuen. So können einige Nutzer bereits eine Transgender-Pride-Flagge, ein Transgender-Symbol und neue Symbole für weiblich und männlich versenden, berichtet WA-Betainfo weiter.
Darüber hinaus arbeitet WhatsApp auch an einer Änderung der Gruppen-Funktion. Denn schon länger wünschen sich User, dass sie eine Gruppen-Einladung ablehnen können. Zukünftig soll nun jeder Nutzer selbst entscheiden können, wer sie in eine Gruppe einladen darf. Die Auswahlmöglichkeiten dafür sollen sich dann in den Datenschutzeinstellungen befinden. Dabei sind drei Stufen vorgesehen:
Jeder – Der WhatsApp-User kann zu Gruppen hinzugefügt werden.
Kontakte – Der User kann von seinen eigenen Kontakten jederzeit zu Gruppen hinzugefügt werden, wird er von jemandem hinzugefügt, der kein Kontakt ist, erhält er zunächst eine Einladung, die angenommen oder abgelehnt werden kann.
Niemand – Der User kann nicht direkt zu einer Gruppe hinzugefügt werden, stattdessen bekommt er jedesmal eine Einladung, um der Gruppe beizutreten.
Die Einladungen verfallen alle nach 72 Stunden. Wer dann doch Mitglied in einer Gruppe werden möchte, der muss erneut hinzugefügt werden. WhatsApp testet in seiner Beta-Version der App immer wieder neue Funktionen, allerdings können nicht alle Nutzer der WhatsApp-Beta auch automatisch dabei mitmachen. Oft werden Ideen zunächst nur an einer begrenzten Zahl von Usern ausprobiert.

Xiaomi Redmi Note 7 Pro kommt nach Europa

Erst kürzlich hat Xiaomi das Redmi Note 7 Pro vorgestellt. Nun scheint das Smartphone auch nach Europa zu kommen, für Mittwoch hat Xiaomi eine Produktvorstellung in Madrid angekündigt. Dazu gibt es einen deutlichen Hinweis auf die „7“, spannend dürfte aber in der Tat sein, welche Version es genau wird. Denn da gab es zur Vorstellung etwas Verwirrung, auf jeden Fall wird das neue Smartphone für Europa mit einer 48-Megapixel ausgestattet sein.
Interessant könnte das Redmi Note 7 Pro auch preislich sein. Trotz seiner vergleichsweise guten Ausstattung, werden in China nur rund 170 Euro dafür fällig. Am Mittwoch werden wir aber schlauer sein. Die Vorstellung in Spanien bedeutet auch für deutsche Nutzer gute Nachrichten, denn innerhalb Europas lässt sich so ein Smartphone doch sehr viel unkomplizierter kaufen, als wenn man dies direkt über China macht.
Hier noch einmal die Spezifikationen der chinesischen Redmi Note 7 Pro Version:
Technische Daten Redmi Note 7 Pro
6,3 Zoll, IPS LCD, 2.340 x 1.080 Pixel, Format 19,5:9, 409 ppi
SoC: Qualcomm Snapdragon 675
GPU: Adreno 612
RAM: 4 GB / 6 GB
Speicherplatz: 64 / 128 GB
Betriebssystem: Android 9.0 Pie mit MIUI 10
Hauptkamera: 48 MP, f/1.8, PDAF , 5 MP Tiefensensor f/2.4, Dual-LED-Blitz, EIS
Video: 4K mit 30 fps
Frontkamera: 13 Megapixel
Akku: 4.000 mAh
Schnittstellen: USB Typ-C, 3,5-mm-Audio, Bluetooth 5.0, Wi-Fi 802.11 ac, GPS, microSD, Dual-SIM, 4G LTE (mit Band 20)
Maße / Gewicht: 159,2 x 75,2 x 8,1 mm / 186 g
Sonstiges: Schnellaufladung über Quick Charge 4.0, Fingerabdruckscanner an der Rückseite, Face Unlock
Preis: ab ca. 172 Euro (ohne dt. MwSt.)

Wochenrück- und Ausblick: MWC-Neuheiten und ein Smartphone mit großem Akku

ComputerBase war diese Woche im spanischen Barcelona unterwegs, um sich für den Mobile World Congress 2019 quer durch die Stadt von einer zur nächsten Pressekonferenz durchzukämpfen, nur um sich in den Folgetagen dem Trubel der Messehallen hinzugeben. Einen Tag vor dem MWC ging der Test der Moto-G7-Reiheonline.
Von Lenovos vier neuen Motorola-Smartphones Moto G7 Play, Moto G7, Moto G7 Plus und Moto G7 Power hat sich ComputerBase alle bis auf das Einsteigermodell für den Test in die Redaktion geholt. Vor dem Technik-Test des neuen Rennspiels Dirt Rally 2.0dem zur Smartwatch Withings Steel HR Sport hat es das Triell der neuen Moto-G7-Smartphones auf den ersten Platz der meistgelesenen Tests der Woche geschafft.
Sehr lange Laufzeiten
Besonders gut gefallen hat der Redaktion der sehr große Akku des Moto G7 Power. Mit einer Nennladung von 5.000 mAh lässt sich zum Beispiel ein YouTube-Video in 720p-Auflösung für beinahe 24 Stunden streamen. Wer sein Smartphoneüblicherweise jeden Tag auflädt, muss sich beim Moto G7 Power umgewöhnen, da durchaus mehrere Tage am Stück ohne Besuch der Steckdose möglich sind. Und das alles für 210 Euro.
Dennoch gilt es auch das mit 299 Euro teurere Moto G7 Plus im Auge zu behalten, denn es bietet die mit Abstand beste Dual-Kamera der neuen Smartphones. Das normale Moto G7 zum Preis von 249 Euro geht hingegen ein wenig zwischen dem Moto G7 Power und Moto G7 Plus unter.
Bei den Tagesmeldungen hat es eine Statistik des Netzbetreibers Unitymedia an die Spitze der Charts geschafft. Im Zuge der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen hat das Unternehmen verkündet, dass beinahe jeder zweite Neukunde das Paket mit 400 Mbit/s im Downlink bestellen würde. Unitymedia bietet derzeit vier Double- und Triple-Play-Pakete mit 32 Mbit/s, 150 Mbit/s, 400 Mbit/s und vereinzelt sogar 1.000 Mbit/s an.
Falt-Smartphone Huawei Mate X
Unter den Meldungen zum MWC 2019 hat es die Ankündigung des faltbaren Huawei Mate X mit 5G-Unterstützung ganz nach vorne geschafft. Das wahlweise bis zu 8 Zoll große Smartphone sorgt allerdings nicht nur bei der Technik für Staunen, sondern auch mit Blick auf den Preis, der mit 2.300 Euro sogar das Samsung Galaxy Fold übertrifft.
Gut kam bei den Lesern außerdem an, dass Xiaomi das neue Flaggschiff-Smartphone Mi 9 jetzt auch in Europa anbietet. Es lässt sich bereits für 450 Euro bei Händlern wie Amazon aus Spanien oder Frankreich bestellen und nach Deutschland liefern.
In der kommenden Woche ist für den 8. März der Marktstart des Samsung Galaxy S10 und seiner Ableger Galaxy S10+ und Galaxy S10e angesetzt. ComputerBase hat rechtzeitig zur Verfügbarkeit einen ausführlichen Test aller drei Versionen geplant.

Fuchsia kommt auf Chromebooks: Googles neues Betriebssystem wird für AMD-Prozessoren fit gemacht

Es ist ruhig geworden um Fuchsia, zumindest wenn man die aktuellen Informationen mit dem gesamten vergangenen Jahr vergleicht. Doch das muss nichts bedeuten, denn nachdem das Betriebssystem große Schritte gemacht hat, geht es nun darum, es auf stabile Füße zu stellen. Aktuell arbeiten die Entwickler daran, Fuchsia auch auf Geräten mit AMD-Prozessoren nutzbar zu machen. Das könnte insbesondere für Chromebooks sehr interessant werden.
Mit Fuchsia entwickelt Google seit längerer Zeit ein brandneues Betriebssystem, das erst einmal große Unterschiede zu den bestehenden Plattformen Android und Chrome OS aufweist und viele alte Konzepte über den Haufen wirft. Doch da ein Neuanfang niemals leicht ist, müssen nun wieder Brücken zu den bestehenden Betriebssystemen und Geräten geschaffen werden. Android wird schon jetzt nativ unterstützt, viele weitere Plattformen sind auf dem Weg und auch bei der Hardware stellt man sich breiter auf.
In einem Commit des Chromium-Projekts ist nun ein sehr interessanter Hinweis aufgetaucht, der sich eindeutig auf Fuchsia bezieht: Dabei geht es um die Aktivierung von Multiboot, das standardmäßig auf den meisten Chromebook deaktiviert ist, um mehrere Betriebssysteme parallel installieren zu können. Als Begründung wird gleich noch hinterhergeschoben, dass ein Zircon-Kernel gebootet werden soll. Und Zircon, das wissen wir schon längst, ist bekanntlich der tiefste Layer in der Fuchsia-Architektur.
Aber damit enden die Hinweise in der sehr kurzen Beschreibung noch nicht. Denn der Zircon-Kernel soll auf dem Grunt-Board gebootet werden. Dieses wiederum ist dem Acer Chromebook 315 zuzuordnen, das auf einen AMD-Prozessor setzt. Bisher ist der Kernel auf dieser Architektur nicht bootfähig, zumindest glauben das die Entwickler (die tatsächlich kein AMD-Chromebook auftreiben konnten), aber nun wird daran gearbeitet.
Interessant daran ist, dass die Entwickler nun bei den Wurzeln Fuchsias ansetzen und das Betriebssystem auf möglichst vielen Plattformen und Architekturen zum Einsatz bringen möchten. Ein Hinweis auf spätere Einsatzgebiete ist das natürlich nicht, aber gerade als so flexibel und universell einsetzbares Betriebssystem muss Fuchsia natürlich für alles gewappnet sein.
Aktuell sieht es so aus, dass Fuchsia zuerst auf Smart Displays eingesetzt werden soll – und zwar vom Nutzer unbemerkt. Da Fuchsia viele verschiedene Oberflächen haben kann, wird der Nutzer den Austausch des Unterbaus gar nicht bemerken. Ob das auf den Chromebooks genauso einfach wäre, wird sich später zeigen. Zumindest die Screenshots der Desktop-Oberfläche waren Chrome OS nicht unähnlich. So wäre es auch gut möglich, dass Chrome OS 80 (nur eine beliebige Versionszahl) auf einmal Fuchsia ist, aber noch immer Chrome OS heißt.
Genauso könnte es auch mit Android passieren, denn auch das Smartphone-Betriebssystem steht trotz einiger Totsagungen wohl noch vor einer größeren Zukunft, wie erst vor wenigen Tagen wieder in einem interessanten Interview mit dem Android- und Chrome-Produktmanager deutlich wurde. Darin sprach er sogar schon über die Zeit nach Android Z – springt also mal locker ein Jahrzehnt in die Zukunft. Selbst auf dem Pixel 3 XL wird Fuchsia schon getestet. Aber in all das darf man nicht zu viel zwischen die Zeilen interpretieren.
Erste offizielle Informationen wird es wohl erst zur Google I/O im Mai geben – denn vielleicht steht Fuchsia in diesem Jahr sogar im Mittelpunkt. Der richtige Zeitpunkt scheint auf jeden Fall gekommen zu sein, denn derzeit wird schon an den finalen Oberflächen gebastelt und Anfang des Jahres hatte ein ehemaliger Apple-Manager stolz verkündet, bei Google nun Fuchsia anzuschieben und auf den Markt zu bringen. Spätestens an diesem Punkt sollten externe Entwickler ins Boot geholt werden.